Chronik

 

Kompanie 1970

(18.05.1970)

Die Schützenkompanie "Viertl Reit"

"Seit dem Bestehen, führten die TIROLER nie Angriffskriege, sondern verteidigten immer nur ihre Heimat und ihre Freiheit"

Die Tiroler wollten sich nie knechten lassen, sie haben in vielen ihnen aufgezwungenen Kämpfen ihr Leben gelassen. Bekannte Einsätze von Tiroler Schützen waren im Jahre 1546, besonders bekannt waren ihre Einsätze im dreißigjährigen Krieg - "bis hierher und nicht weiter kamen die schwedischen Reiter" - dann aber auch 1703, 1744, 1796, usw. 

Das Schützenwesen Tirols war seit Jahrhunderten straff organisiert. Der Bezirk Kitzbühel war in sieben Viertel eingeteilt, wobei Reith die Schützenkompanie "Viertl Reit" zu stellen hatte. Warum diese Kompaniebezeichnung? Die kleinen Kampfeinheiten nannte man Viertl, so steht auf der alten Kampffahne der Reither Schützenkompanie "Viertl Reit" und diese Bezeichnung wurde und wird beibehalten. 

1797 und 1799 waren die Schützen des Bezirkes Kitzbühel im Engadin, bei Reutte und an den welschen Konfinen eingesetzt.1800 wehrten sie Überfälle der Franzosen auf ihren Bezirk erfolgreich ab. Am 3. November 1805 kämpften sie am Paß Strub gegen die Bayern. Die Reither Schützen standen unter dem Kommando ihres Hauptmannes Johann Hörl.

Am 12. Mai 1809 konnten sich 600 Schützen und 900 Sturmmänner mit alten Gewehren, Sensen, Gabeln und Dreschflegel gegen eine vielfache bayerische Übermacht von 10.000 Mann mit modernster Ausrüstung über neun Stunden verteidigen. Da aber den Schützen die Munition ausging und Unterstützung nicht mehr rechtzeitig eingreifen konnte, mussten sie weichen, umso mehr, als auch Franzosen in die erbitterten Kämpfe eingriffen. Die Vergeltungsaktion Lefebvres war furchtbar - Waidring und Kirchdorf gingen in Flammen auf, überall plündernde Soldaten. In Waidring wurden von den Franzosen 10 verwundete Tiroler Schützen getötet, aber "kein Schütz hat um Pardon gebettelt". General Wrede war über die Schandtaten seiner Truppen entsetzt und schrieb in einem Tagesbefehl: "Wer hat euch das Recht eingeräumt, selbst die Unbewaffneten zu morden, die Häuser zu plündern und Feuer in Häusern und Dörfern zu legen!" 

Die siegreichen Truppen Napoleons marschierten durchs Unterinntal vor, wurden aber am Berg Isel von Tiroler Schützen unter dem Landeskommandanten Andreas Hofer vernichtend geschlagen und mussten Ende Mai Tirol wieder räumen. 

Am 25. September 1809 zogen sie wiederum gegen den Bezirk vor. Die Schützen unter Kommandant Wintersteller, bei denen auch die Reither Schützen waren, erfochten erneut einen Sieg - es war der letzte Tiroler Sieg im Heldenjahr 1809. 

Reither Schützen waren auch bei späteren Kriegen beteiligt. Manche von ihnen dienten bei den Kaiserjägern und Kaiserschützen. Im ersten Weltkrieg kämpften die Schützen aus dem Bezirk Kitzbühel an der Südtiroler Front zwischen Folgaria und Lavarone. Ihnen gebührt ein ehrendes Ruhmesblatt. Als 1915 Italien Österreich in den Rücken fiel und in Tirol, das von kaiserlichen Truppen nahezu entblößt war, einmarschieren wollte, stellte Tirol 50 Standschützenbataillone und wehrte in den Dolomiten jahrelang alle Angriffe ab. Tirol erbrachte damals den größten Blutzoll Österreichs - 40.000 Tiroler fielen am Schlachtfeld, darunter auch viele Reither, in einem Krieg, den Tirol nie gewollt hat.

Wenn nach dem Untergang der Habsburger Monarchie und der Zerreißung Tirols das Schützenwesen in weiten Teilen nahezu vernichtet wurde, die Schützenkompanie "Viertl Reit" hielt sich auch über den 2. Weltkrieg hinaus, bis sie von den Besatzungsmächten verboten wurde.

Heute steht wieder die Kompanie "Viertl Reit", für die kleine Gemeinde eine starke Einheit.

 

Fahne Die "Gruberfahne" von Reith:

Die kleine Landgemeinde Reith besitzt eine der ältesten Schützenfahnen Tirols. Über ihr Alter lässt sich keine bestimmte Aussage machen. Sie dürfte aber aus den Jahren um 1800 stammen. Die Fahne wurde den Schützen beim Kampf vorangetragen.

Die alte Fahne kann auf eine bewegte Geschichte zurückblicken. Längere Zeit wurde sie vergessen, sie wurde beim Reitherwirt aufbewahrt und wie ein Kleinod geschützt. Ihnen ist es zu verdanken, dass sie noch heute vorhanden ist und bei ganz besonderen Anlässen der Schützenkompanie vorangetragen werden kann.

 

13.09.1969 Wiedergründung

Gründungsversammlung beim Reitherwirt

Gewählt wurden:

Hauptmann:

Hptm-Stellvertreter und Fahnenleutnant:

Oberjäger: 

Schriftführer und Kassier: 

Zeugwart und Waffenmeister:

Beisitzer aus der Mannschaft:

Hofrat Dr. Paul Kirchmeyr

Jöchl Josef

Mayr Sebastian

Hagleitner Franz

Pendl Georg

Rehbichler Josef

                                             

Die Gewählten nahmen die Wahl an.

An Barmitteln standen ATS 1.585,-- zur Verfügung.

Je Tracht war mit einem Betrag von ATS 3.000,-- zu rechnen. Jedes Mitglied erklärte sich bereit, ATS 500,-- zu bezahlen. Weiters bestand die Möglichkeit über ein Subventionsansuchen vom Bund der Tiroler Schützenkompanien ATS 15.000,-- zu erhalten. Trotzdem fehlten immer noch rund ATS 35.000,--, welche durch Sammelaktionen und über die Gemeinde gedeckt werden sollten.

Die Beitrittserklärung wurde von 21 Schützen unterzeichnet.

Sie endet mit dem Satz:

"Disziplin und verläßliches Mittun sind erforderlich."

 

Aus einem Schriftstück von Hofrat Dr. Kirchmeyr aus dem Jahr 1969:

"... Die Kompanie wurde neu aufgestellt. Ihre Mitglieder sind durchwegs junge Bauernburschen und Arbeiter.

... Sinn und Zweck der Kompanie ist es nicht allein, bei Feierlichkeiten auszurücken oder eine kleine Fremdenverkehrsattraktion zu sein, sondern es soll in dieser Kompanie aus der alten Tradition heraus auch der Wehrwille des Tiroler Volkes weitergetragen werden."

 

18.05.1970, Pfingstmontag

Erste Ausrückung der Schützenkompanie Viertl Reit

Neben Hptm. Hofrat Dr. Kirchmeyr, den beiden Marketenderinnen Brandstätter Loisi und Achorner Greti, rückten 23 Schützen zum ersten Mal aus.

Davon sind heute noch aktive Schützen:

Wiedmayr Josef

Jöchl Josef sen.

Rehbichler Josef sen.

Obermoser Willi

Pendl Georg

Jöchl Josef Nikolaus

Köck Georg

Jöchl Toni

Jöchl Alois (damals Tafeitrager)

 

26.06.1970:

Erste Vollversammlung beim Reitherwirt

Alle 30 der Kompanie angehörenden Schützen waren anwesend. 

Seit Herbst 1969 wurden bereits 32 Ausbildungsabende durchgeführt. 

 

24.07.1973

Fahnengruß der alten und neuen Schützenfahne

Weihe der neuen Schützenfahne, welche von Fähnrich Sebastian Mayer übernommen wurde.

 

15.08.1978

Erstmalige Ausrückung am Hohen Frauentag

 

1979

Veitlkapelle - gemeinsam neu errichtet

Fam. Leitner und Schützenkompanie Viertl Reit

04.10.1981

Einweihung der neuen Veitlkapelle

 

25.09.1988

Bergmesse am Faistberg mit Kreuzeinweihung

Anlässlich des Jubiläums "800 Jahre 1. Kirchenweihe" in Reith hat die Schützenkompanie Viertl Reit am Faistberg ein Bergkreuz aufgestellt. 

 
 HauptmannHauptmänner seit der Wiedergründung:

 1969 - 1987: Hofrat Dr. KIRCHMEYR Paul

 1987 - 1995: MAYR Sebastian

 1995 - 2002: PENDL Georg

 2002 - jetzt: HAUSER Georg, Fallbichl

 
 Begräbnis KameradUnsere im Aktivstand verstorbenen Kameraden:

 

13.08.1985: HAGLEITNER Franz, 63 J., "Gauxer Franz"

23.01.1994: JÖCHL Georg, 80 J., "Auhäusl Schorsch"

04.02.1995: Hofrat Dr. KIRCHMEYR Paul, 79 J.

04.10.1998: HAGLEITNER Wolfgang, 47 J.

11.12.2001: KOIDL Hermann, 52 J.

03.08.2002: EPP Siegfried, 53 J.

14.11.2002: HOCHKOGLER Lorenz, 60 J.

05.05.2009: NIEDERACHER Hans, 78 J.

10.02.2016: OBERMOSER Willi, 63 J.